Giordano Bruno Stiftung (gbs)
Die Stiftung
Die Giordano Bruno Stiftung (Stiftung zur Förderung des evolutionären Humanismus) ist eine Denkfabrik für Humanismus und Aufklärung, der zahlreiche bekannte Wissenschaftler, Philosophen und Künstler angehören. Die Stiftung sammelt neueste Erkenntnisse der Geistes-, Sozial- und Naturwissenschaften, um ihre Bedeutung für das humanistische Anliegen eines "friedlichen und gleichberechtigten Zusammenlebens der Menschen im Diesseits" herauszuarbeiten.
Ziel der Stiftung ist es, die Grundzüge eines naturalistischen Weltbildes sowie einer säkularen, evolutionär-humanistischen Ethik/Politik zu entwickeln und einer interessierten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Eine pointierte Zusammenfassung der zentralen Positionen der GBS findet man im "Manifest des Evolutionären Humanismus", das im Auftrag der Stiftung geschrieben wurde. Hier finden Sie eine Zusammenfassung der Forderungen der gbs an Staat und Gesellschaft.
Die Namensgebung - Warum "Giordano Bruno"
Giordano Bruno, „eines der größten Genies der Neuzeit" (Deschner), wurde 1600 nach sieben finsteren Kerkerjahren auf dem Scheiterhaufen der sog. „Heiligen Inquisition" verbrannt. Sein Vergehen: Er hatte das kirchenamtlich vorgegebene Weltbild in einer bis dahin unerreichten Schärfe verworfen und das Dogma der Sonderstellung von Menschheit und Erde im Kosmos durch seine Theorie des „unendlichen Universums" und der „Vielheit der Welten" (Bruno spekulierte, die von der Erde sichtbaren Sterne seien Sonnen, die von möglicherweise bewohnten Planeten umkreist würden) in weit dramatischerem Maße entzaubert als Galilei, der nur wenige Jahre später (mit etwas freundlicherem Ausgang) in die Hände der Inquisition geriet.
Gewiss: Brunos Methodik entsprach nicht der Herangehensweise der heutigen Naturwissenschaft und einige seiner mystischen Überlegungen lassen sich im Lichte moderner Erkenntnisse kaum noch nachvollziehen. Dennoch: Die Richtigkeit vieler seiner Überlegungen ist beeindruckend – nicht nur auf dem Gebiet der Kosmologie (s.o.). In Brunos völlig unzeitgemäßer Philosophie finden sich bereits Grundzüge einer nicht-dualistischen, naturalistischen Welterkenntnis, womit er zentrale Gedankengänge Spinozas vorwegnahm, die in der aktuellen Hirnforschung von großer Bedeutung sind (vgl. etwa Antonio Damasios Buch "Der Spinoza-Effekt“). Darüber hinaus gibt es bei Bruno auch schon Überlegungen zur evolutionären Abstammungslehre und einer evolutionär-humanistischen Ethik, die auch die Rechte nichtmenschlicher Organismen mit einschließt. Letztlich ist natürlich auch Brunos Beitrag zur Religionskritik zu würdigen (nicht umsonst hatte Ludwig Feuerbach, der wichtigste Initiator der modernen Religionskritik, ein Bild Brunos auf dem Schreibtisch). Kaum jemand hatte vor Bruno (und auch lange Zeit nach ihm) den Mut, Sätze zu formulieren, wie die folgenden: „[…]betet zu Gott, auf dass er, falls ihr noch keine Esel seid, Euch zu Eseln werden lasse! [...] Toren in der Welt sind jene gewesen, die die Religion, die Zeremonien, das Gesetz, den Glauben, die Lebensordnung begründet haben; die größten Esel der Welt, die jedes anderen Sinnes und Wissens bar und alles geselligen Lebens und geselliger Gesittung entbehrend in ständiger Pedanterie wandeln […] Sehet zu, ob die ersteren sich um die geheimen Ursachen der Dinge jemals gekümmert haben, ob sie Verzeihung üben, sollten auch Reiche zerstört, Völker zerstreut, sollte auch alles mit Brand, Blut, Ruin und Verwüstung erfüllt werden; ob es ihnen zu Herzen geht, dass die ganze Welt durch sie dem Untergange geweiht wird!“
All dies sind Gründe, die zur Entscheidung führten, die Stiftung nach Giordano Bruno, dem großen tragischen Helden der Wissenschafts- und Emanzipationsgeschichte, zu benennen.
Förderungsmöglichkeiten
Für alle, die die Arbeit der Giordano Bruno Stiftung ideell und/oder finanziell unterstützen möchten, besteht die Möglichkeit, dem "Förderkreis der Giordano Bruno Stiftung" beizutreten. Der Förderkreis erhebt keinen festgelegten Beitrag, jeder Einzelne kann für sich selbst einschätzen, wieviel er oder sie der Stiftung zukommen lassen will bzw. kann. Aus der Zugehörigkeit zum Förderkreis ergibt sich keinerlei finanzielle Verpflichtung. Da die Giordano Bruno Stiftung als gemeinnützig anerkannt wurde, sind Spenden/Förderbeiträge von der Steuer absetzbar.
Diesem Förderkreis kann sich jede natürliche Person oder Organisation anschließen, die mit dem Gedankengut und den Zielsetzungen der Stiftung übereinstimmt. Die Zugehörigkeit zum Förderkreis erlaubt eine etwas engere Anbindung an die Stiftung, sie ist aber mit keinem großen formalen Aufwand verbunden. Da der Förderkreis nicht als "eingetragener Verein", sondern als "freier Zusammenschluss von Freunden und Förderern" organisiert wird, entfallen staatlich vorgeschriebene Vereinsformalitäten wie Vorstandswahlen, Mitgliederversammlungen etc.
Ab einem Spendenbetrag von 100 Euro/Jahr erhalten Sie automatisch eine Spendenbescheinigung der Stiftung. Bei geringeren Beträgen können Sie dem Finanzamt den entsprechenden Einzahlungsbeleg/Kontoauszug vorlegen, um Ihre Spende steuerlich geltend zu machen.